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Im Stadtnamen vereinigen sich erstmalig die im 13. Jh. erwähnten damals eigenständigen Dörfer Tambach und Dietharz. Der ältere Ort ist nach den bis jetzt bekannten Urkunden Dietharz.

Schon im Mittelalter zogen Wege und Straßen durch die Tambacher Mulde über den Kamm des Gebirges. Die wohl älteste in die Mulde führende Straße ist vermutlich der als "magna strata", d. h. "große Straße" bekannte Verkehrsweg zwischen Frankfurt und Leipzig. Er führte hier, von Altenbergen über den Bromacker herkommend, über den Schweinshög bis zur Apfelstädt. Der Richtung Dietharz ziehende Teil hieß "communis strata", also "Gemeinstraße", auch "strata publica", "öffentliche Straße". Er ist der vermutlich älteste Passübergang in unserem Gebiet.

In der Nähe der Braubrücke, einer Brücke in Tonnengewölbe-Bauweise, 1788 aus Tambacher Rotliegenden erbaut, befand sich die Furt durch das Schmalwasser. Vorbei am ehemaligen Gasthaus "Felsenthal", einer alten Einkehr für Fuhrleute, damals mit eigener Brauerei, zog die Handelsstraße über den Kirchberg an der heutigen Bergkirche vorüber östlich des Großen Buchenberges hinauf zum Wachsenrasen auf dem Rennsteig.

An der Stelle der Bergkirche soll eine kleine Holzkapelle gestanden haben, deren Gründung um 724 man dem angelsächsischen Mönch Winfried, genannt "Bonifatius" zuschreibt. Wegen seiner missionarischen Wirksamkeit wurde er auch der "Apostel der Deutschen" genannt.

Der Weg durch die noch nicht kultivierte Waldwildnis war nicht ungefährlich, wilde Tiere und räuberisches Gesindel bedrohten die Reisenden. Der Straßeneigentümer bot deshalb gegen eine Gebühr Geleitschutz an. Für die Geleitmannschaft wurde auf halbem Wege, im oberen Schmalwassergrund auf dem Altenfels eine Unterkunft gebaut, das Castrum Waldenfels. Waldenfels war außer der Burg auch eine flächenmäßig ausgedehnte Region und wurde durch einen Vogt verwaltet. Um das Jahr 1260 war der Ritter von Hochheim Vogt zu Waldenfels. In dieser Zeit wurde ihm ein Sohn geboren, der später bekannteste Religionsphilosoph des Mittelalters, der größte deutsche Vertreter einer Frömmigkeitsform, genannt "Mystik", Meister Eckhart. Dass er später den Beinamen "de Hochheim de Tambach" erhalten hat, gilt als Hinweis auf seine Geburt in Tambach.

Bild des Heimatmuseums

Die wirtschaftliche Entwicklung verdanken beide Orte den Handelsstraßen, die durch die Tambacher Mulde führten und halfen, die sich vor allem der Nord-Süd-Route in den Weg stellende Barriere des Thüringer Waldes auf kürzestem Wege zu überwinden. So lebte der Ort vorwiegend vom Fuhrmannsgewerbe und den davon abhängigen Handwerksberufen wie z. B. Stellmachern und Schmieden. Zeugnisse der Lebensumstände unserer Vorfahren finden wir in anschaulicher Weise im liebevoll eingerichteten Heimatmuseum, einem historischen Fachwerkhaus aus dem 16./17. Jh. Heute sind Führungen durch das geschichtsträchtige Haus, nach vorheriger Anmeldung in der Tourist-Information, möglich.

Einen steinernen Zeugen der Geschichte finden wir mit dem "Lutherbrunnen", im idyllischen Tammichgrund gelegen. Am 26. Februar 1537 musste Martin Luther wegen einer schweren Erkrankung, einer durch Steine bedingten längeren Harnverhaltung, vorzeitig den Schmalkalder Konvent verlassen. Er kam nur bis Tambach und nahm im Hause des kurfürstlichen Geleitsmannes Quartier. Der ihn begleitende Arzt befürchtete seinen Tod. Jedoch wurde Luther noch in der folgenden Nacht eine große Erleichterung zuteil. Voller Dankbarkeit schrieb er an seinen in Schmalkalden gebliebenen Mitreformator Melanchthon: "...geschrieben heute früh um 1/2 3 Uhr aus Tambach, dem Ort, da ich gesegnet wurde, denn hier ist mein Phanuel, an dem mir Gott erschienen ist." (Mit "Panuel" ist das bibl. "Pniel" gemeint, der Ort, an dem der Stammvater Israels, Jakob, eine besondere Gotteserfahrung erlebt hatte, vgl. l. Mose 32, 20.) Zur Erinnerung an den Besuch des Reformators wurde am Reformationstag 1717 der Dambachsborn in "Doctor Martin Luther Brunnen" umbenannt. Ferner erinnert ein Gedenkstein vor dem ehemaligen Geleitshaus sowie der Name der Kirche an Luthers Aufenthalt.

Tambach-Dietharz wäre um einiges ärmer, wenn nicht noch ein bedeutender Mann hier gewirkt hätte. Es war Karl Barth. Der später bedeutendste protestantische Theologe des 20. Jh. weilte als noch unbekannter Schweizer Pfarrer im September 1919 hier, zum ersten Mal auf deutschem Boden. Anlässlich einer Tagung religiös-sozial engagierter Persönlichkeiten hielt er einen als "Tambacher Rede" in die Geschichte eingegangenen Vortrag zum Thema "Der Christ in der Gesellschaft", der weltweit eine neue Besinnung in den protestantischen Kirchen auslöste. Barths Gedanken wirkten sich auf die "Bekennende Kirche" in der Nazizeit und schließlich auf die Haltung der Kirche in der atheistisch ausgerichteten Gesellschaft der DDR prägend aus.

Der Ort erhielt das Stadtrecht und gab sich 1925 ein neues Stadtsiegel.

Tambach-Dietharz, das idyllisch gelegene Bergstädtchen, hat nicht nur eine aufschlussreiche Geschichte zu bieten. Natürliche Ressourcen, Wald, klares Wasser, reine Luft sowie die unmittelbare Nähe zum Rennsteig bilden die optimalen Grundlagen, den Tourismus in unserem Ort als wesentliches Standbein und Erwerbsquelle weiter zu entwickeln und zu fördern. Ein gut markiertes Wanderwegenetz, ein Naturlehrpfad und ein Erlebnispfad für Erwachsene und Kinder sowie Radwanderwege sind schon heute ein Domizil für den Naturfreund, Wander- und Radwandertouristen.

Auch Gäste des Wintersports kommen voll auf ihre Kosten. Ihnen stehen ca. 25 km Loipen und gespurte Skiwanderwege, eine Rodelbahn sowie Ski- und Rodelhänge zur Verfügung.

Die wertvolle Naturausstattung der Gegend um Tambach-Dietharz ist der Grund dafür, dass zahlreiche Flächen als Naturschutzgebiete (NSG) oder Flächennaturdenkmale (FND) unter Schutz gestellt werden. FND sind z. B. die "Silberbomwiese", das "Röllchen", der "Marderbach" und der "Mittelwassergrund". Seltene Pflanzen, wie der "Rundblättrige Sonnentau", seltene Moose und Farne, das Wollgras, Trollblumen, breitblättriges Knabenkraut u. a. vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere, wie Feuersalamander, Kreuzotter, Wanderfalke, Uhu, Birkhuhn u. a. finden hier noch Lebensraum. Als eines der letzten intakten Bergbach-Ökosysteme gilt das NSG "Spittergrund". Auch die verschiedensten Gesteinsartenvorkommen in der Gemarkung Tambach-Dietharz haben sowohl wirtschaftliche als auch touristische Bedeutung.

Wohl die größte Bedeutung für den Wohnungsbau und für den Bau von öffentlichen Gebäuden, wie z. B. die "Alte neue Schule" in der Burgstallstraße, hat das "Tambacher Rotliegende". Jedoch auch die Vorkommen von "Diabas" (Straßenbau), "Schwerspat", "Oberhofer Porphyr" (Talsperren), "Konglomerat" haben keine unwesentliche Bedeutung. Geologisch interessant und wertvoll sind die Pflanzenversteinerungen und Fährtenabdrücke im "Tambacher Rotliegenden".

Nach all den Ausführungen über Geschichte, Natur und Umwelt stellt sich die Frage, was hat Tambach-Dietharz touristisch-kulturell zu bieten.

Die Struktur des Ortes wird durch eine Vielzahl von Kleingewerbetreibenden mit guten Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen geprägt. Ausreichende gastronomische Einrichtungen mit "Original Thüringer Kost" sowie ortstypischen Gerichten, aber auch internationaler Küche bieten allen Gästen große Gaumenfreuden.

Für eine ausreichende medizinische und physiotherapeutische Betreuung ist gesorgt.

Kulturelle Veranstaltungen in vielfältigster Form werden unseren Gästen geboten. Faschingsveranstaltungen, Kurkonzerte, Bergfest, Schützenfest, Wildwasserrafting, Talsperrenkonzerte, Mittelalterfest, Sankt-Martins-Umzug und Weihnachtsmarkt, sind besondere Höhepunkte im Jahr.

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